Christian Sprengel: „… nur kein taktisches Geplänkel"

(13.05.2016/wis) Im Großen Preis der Hannoverschen Volksbank werden die hannoverschen Turffans ganz besonders dem Lokalmatador die Daumen drücken.

In dem mit 25.000 Euro dotierten Derby-Trial über 2200 Meter sollte der Lokalmatador Boscaccio aus dem Stall von Christian Sprengel das Maß aller Dinge sein. Mit einer weißen Weste wird der Sprengel-Schützling am Pfingstmontag auf seiner Heimatbahn in sein drittes Rennen gehen. Der Mount Nelson-Sohn gewann auf der Neuen Bult bei seinem Lebensdebüt im vergangenen Jahr im August unter Dennis Schiergen sehr sicher. Konnte dabei sogar Noor Al Hawa aus dem Quartier von Andreas Wöhler auf Platz drei verweisen. Immerhin zählt dieser am Pfingstmontag zum Favoritenkreis im parallel stattfindenden Kölner Mehl-Mülhens-Rennen, den klassischen German 2.000 Guineas.

Atemberaubend war Boscaccios erster Auftritt in diesem Jahr in Berlin-Hoppegarten, wo er u.a. gegen den Ullmann-Hengst Moonshiner überlegen mit fünf Längen zum Zuge kam und seine Gegner nach Belieben kontrollierte. Gegen eine ähnliche Performance hätte Christian Sprengel auch am Pfingstmontag sicherlich nichts einzuwenden. Mit einem Triumph auf Listenparkett soll die nächste Stufe der Karriereleiter erklommen werden, bevor es über die Kölner Union in das Deutsche Derby am 10. Juli in Hamburg-Horn gehen soll. „Ich kann nur sagen, dass Boscaccio gut gearbeitet hat und wir voll im Plan liegen", lautet der Zwischenstand von Christian Sprengel, der hinzufügt „er hat sich seit seinem letzten Start weiter verbessert und sich auch vom Exterieur her prächtig entwickelt."

Der Trainer wünscht sich für Montag vor allem einen schnellen Rennverlauf, damit die Rechnung, mit einer weißen Weste in die Union zu gehen, aufgehen kann. „Wir gehen optimistisch in das Rennen. Ich hoffe nur, dass es kein taktisches Geplänkel geben wird, wenn keiner gehen will. Dann habe ich meine Bedenken", äußert Sprengel Befürchtungen, die aus seiner Sicht hoffentlich nicht eintreten werden. Sprengel gilt als derbyerfahren. Erst im vergangenen Jahr war er mit Iraklion im wichtigsten Rennen der Dreijährigen vertreten. Rang 9 von 18 Startern war das Resultat. Übrigens läuft Iraklion am Pfingstsonntag im Oleander-Rennen (Gruppe III) in Berlin-Hoppegarten.  

Erfahrungen auf der Route zum Deutschen Derby konnte auch Boscaccios Besitzer Rainer Hupe vor einigen Jahren sammeln. Mit Orsello hatte der Ex-Hannoveraner und nun Wahl-Hamburger 2013 einen vielversprechenden Dreijährigen bei Norbert Sauer in Dortmund im Training. Kurz vor dem Ziel, dem Derbystart, schlug dann aber das Turfpech zu, als sich Orsello nach seinem dritten Platz im Kölner Union-Rennen verletzte und die Derbypläne ad acta gelegt werden mussten.

Auch wenn es einige Parallelen zur eingeschlagenen Route von Boscaccio gibt, Orsello und Boscaccio mit Mount Nelson nicht nur denselben Vater haben, sondern auch derselben Zuchstätte entstammen (Stiftung Gestüt Fähhof), so hoffen alle Beteiligten die Geschichte Boscaccios positiver fortschreiben zu können, als die seines Halbbruders. Natürlich mit dem erklärten Ziel einer Erfolgsstory. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.