Gröschels Meisterstück: Iquitos gewinnt den Großen Preis der Badischen Wirtschaft

(29.05.2016/wis) Vor fast auf den Tag genau 19 Jahren gewann Hans-Jürgen Gröschel mit seinem Schützling Ajano in den Farben von Dr. Radbod Rudolph, der heute noch zum Besitzerstamm des Quartiers gehört, den Großen Müller Brot-Preis auf Europagruppe II-Niveau in München-Riem.

In der 2016er Auflage vom Großen Preis der Badischen Wirtschaft ist dem Neue Bult-Coach nun ein weiteres Meisterstück auf Gruppe II-Parkett gelungen. Sein Stallcrack Iquitos sorgte in dem mit 70.000 Euro dotierten Grand Prix am Finaltag des Frühjahrs-Meetings für eine faustdicke Überraschung. Der 122:10-Außenseiter des Stalles Mulligan gewann das Rennen vom letzten Platz kommend mit einem fulminanten Speed ganz an der Innenseite. Norman Richter hatte dem vierjährigen Adlerfliug-Sohn alles glänzend eingeteilt und verlieh Iquitos in der Endphase des Rennens regelrecht Flügel. Mit zwei- und zweieinhalb Längen wurden Articus (Waldemar Hickst/Stephen Hellyn) und der unterwegs stets in Führung liegende 18:10-Favorit Ito (Jean-Pierre Carvalho/Filip Minarik) deutlich auf die Plätze verwiesen. Dahinter folgten Devastar, der in der Endphase ein alles andere als günstiges Rennen hatte, sowie Early Morning, Eric, Nightflower und Fair Mountain.

Für Hans-Jürgen Gröschel, der bereits seinen angedachten Ruhestand Ende des nächsten Jahres eingeläutet hatte, was dieser Big Point noch einmal ein großartiger Erfolg in seiner langen Karriere. Sympathisch, tief bewegt und mit Tränen in den Augen zeigte sich Hans-Jürgen Gröschel nach der Siegerehrung: „Iquitos ist für mich ein ganz besonderes Pferd. In der vergangenen Winterpause hatte er eine Darmverschlingung und es schien schon fast, als müssten wir ihn aufgeben. Doch er ist ein wahrer Kämpfer und hatte die ärztliche Behandlung gut überstanden und zu alter Stärke zurückgefunden." Angesprochen auf seine Pläne hinsichtlich des avisierten Ruhestands machte der Neue Bult-Coach seinen Fans und auch dem Besitzerstamm wieder etwas mehr Hoffnung auf eines Verschiebung dieses Vorhabens: „Ich habe mich mit meinen Besitzern in Baden-Baden unterhalten. Ich will nicht ausschließen, dass meine Übergangsphase in den Ruhestand sich nun doch noch etwas hinziehen wird", äußerte sich Gröschel, der anfügte „nach so einem Erfolg, fällt einem der Abschied schon verdammt schwer."

Auch für Siegreiter Norman Richter war dieser Sieg etwas ganz Besonderes, denn es war sein erster Erfolg in diesem Jahr. Besonderen Grund zur Freude hatte natürlich die große Besitzerschar von Iquitos, die aus einer siebenköpfigen Golf-Gemeinschaft besteht, und die bisher alle eingegangenen Kaufangebote für den Hengst ausgeschlagen hatte.  Wie Gröschel stets betonte, ist so ein Handeln längst keine Selbstverständlichkeit im heutigen Galopprennsport. „Ich freue mich sehr darüber, dass die Gemeinschaft einen Verkauf des Pferdes nicht nötig hat und alle Beteiligten ihren Lebensunterhalt auch ohne den Erlös aus einem Verkauf bestreiten können", dankte Gröschel an die Adresse der Eigner. Züchterin von Iquitos ist Dr. Erika Buhmann vom Gestüt Evershorst in Langenhagen, die ebenfalls eine Sternstunde im Galopprennsport erlebte.

Für Iquitos war es bereits der vierte Sieg bei sieben Starts. Im vergangenen Jahr waren ihm drei Erfolge in Serie gelungen. Was mit einem Sieg in der Sieglosenklasse Mitte Mai in Hannover fand in den Ausgleichen III und II seine Fortsetzung. Eine atemberaubende Vorstellung zeigte Iquitos bei seinem letzten Auftritt des vergangenen Jahres, als er im zur Gruppe III zählenden Großen Preis der Sparkasse Krefeld den Derbyzweiten Palace Prince fast an den Rand einer Niederlage brachte. Nach einem vierten Platz bei seinem Saisonaufgalopp im Großen Preis von Dahlwitz vor gut einem Monat in Berlin-Hoppegarten gab es nun den ganz großen Triumph und eine Siegbörse von 40.000 Euro. Die Gesamtgewinnsumme von Iquitos beläuft sich damit aktuell auf 68.750 Euro. Iquitos besitzt Nennungen für die Hamburg-Trophy (Gruppe III) während der Derbywoche in Horn, den Großen Dallmayr-Preis, Ende Juli in München-Riem, und den Großen Preis von Berlin, Mitte August in Hoppegarten (beide Gruppe I).

Im Rahmenprogramm konnte sich Hans-Jürgen Gröschel noch über einen zweiten Platz von Elbflorenz in einem Dreijährigen-Sieglosenrennen freuen. Auch hier war Norman Richter der Partner des Gröschel-Schützlings.

Letzte Platzgelder verdienten als Fünfte jeweils Melanie Sauers Making Trouble (Filip Minarik) in der Silbernen Peitsche (Listenrennen) sowie Hans-Jürgen Gröschels Fair Trade (Stephen Hellyn) im Ausgleich I.